Altersvorsorge

Sichern Sie sich vor Altersarmut:

Versicherungen für Ihr Alter

Gesetzliche Rente, Betriebsrente, Riester- oder Rürup-Rente? Oder doch die klassische Lebensversicherung, Aktienfonds oder Immobilien? Für die Altersvorsorge gibt es viele Möglichkeiten. Dabei den Durchblick zu behalten, fällt schwer. Trotzdem ist es wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn am Ende steht immer die Frage: Reicht die Rente, um einen gewissen Lebensstandard im Alter zu sichern?

Die Riester-Rente ist eine Form der privaten Altersvorsorge, die mit staatlichen Zulagen und Steuerermäßigungen unterstützt wird. Im Rentenalter bekommst Du Deine gesamten Spareinlagen plus Zulagen als Rente ausgezahlt.  

In der Ansparphase Deines Riester-Vertrags zahlst Du monatlich oder jährlich einen Geldbetrag ein, um es Dir später entweder als lebenslange Rente auszahlen zu lassen oder um es als sogenannte Eigenheimrente in den eigenen vier Wänden zu nutzen (Wohn-Riester). Der Staat fördert das mit einem jährlichen Zuschuss und mit Steuervorteilen.

Die staatlichen Zulagen
Der Staat fördert Dich in der Ansparphase mit jährlichen Zuschüssen, den sogenannten Zulagen. Als Einzelperson bekommst Du jährlich 175 Euro (seit 2018) als Grundzulage. Die Kinderzulage von 185 Euro gibt es für jedes bis Ende 2007 geborene Kind. 300 Euro gibt es für Kinder, die ab 2008 geboren wurden. 

Sparen musst Du mindestens 60 Euro. Die Höchstsumme, die der Staat fördert, liegt bei 2.100 Euro im Jahr. Zulagen gibt es aber nur, wenn Du jährlich mindestens vier Prozent Deines Bruttojahreseinkommens des letzten Jahres einzahlst. Bei einem Jahresgehalt von 30.000 Euro müssen also jährlich 1.200 Euro auf Dein Riester-Konto eingehen, um staatlich gefördert zu werden. Darin enthalten sind schon die staatlichen Zulagen. Als Einzelperson müsstest Du von den 1.200 Euro also nur 1.025 Euro einzahlen. Die restlichen 175 Euro werden vom Staat dazugelegt. 

Für Berufseinsteiger bis zum 25. Lebensjahr, gibt es einen einmaligen Extra-Bonus von 200 Euro. 

Die Basisrente (Rürup-Rente) ist ein privates Altersvorsorge-Produkt und gehört zur ersten Säule der Altersvorsorge. Einen Vertrag schließt Du allerdings nicht mit dem Staat ab, sondern mit einem Versicherer.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Rente, die auf einem Umlageverfahren basiert, ist ein Rürup-Vertrag kapitalgedeckt. Das bedeutet: In der Ansparphase zahlst Du regelmäßig Geld in Deinen Vertrag ein, um Dir davon Deine spätere Rente auszahlen zu lassen.

Ähnlich wie bei der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung kannst Du auf das eingezahlte Geld bis zu Deiner Rente nicht mehr zugreifen. Wenn Du nicht mehr in den Vertrag einzahlen kannst oder möchtest, kannst Du ihn nur beitragsfrei stellen. Du lässt ihn also sozusagen rumliegen.

Das Anlageverfahren kannst Du Dir weitgehend aussuchen: Am weitesten verbreitet sind klassische oder fondsgebundene Ren­ten­ver­si­che­rungen. Wenige Anbieter haben auch Fondssparpläne im Programm. Ende 2020 gab es in Deutschland rund 2,4 Millionen Rürup-Verträge.

Die fondsgebundene Lebensversicherung ist eine Kombination einer Fondsanlage mit einer Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung. Sie verbindet also einen Hinterbliebenenschutz mit einer Sparanlage. Die Beiträge werden in Investmentfonds angelegt. Klassische Le­bens­ver­si­che­rung­en investieren dagegen vornehmlich in festverzinsliche Wertpapiere sowie Immobilien und nur zu einem geringen Teil in Aktien. Läuft der Vertrag der fondsgebundenen Police aus, erhält der Versicherte in der Regel den Wert der Fondsanteile, die bis zu diesem Zeitpunkt erworben wurden. Bei einigen Anbietern ist es auch möglich, die erworbenen Fonds zum Vertragsende in ein Depot zu übertragen. Der Zeitpunkt für den Ausstieg ist entscheidend: Stehen die Papiere gerade gut, war die Anlage ein Gewinn. Es kann aber auch ein Verlust sein, wenn zum Vertragsende die Marktlage schlecht ist.

Die fondsgebundene Rentenversicherung – oder auch Fondsrente – ist kapitalbildend mit einer lebenslangen Rente oder einer einmaligen Kapitalauszahlung. Die Fondsrente wird über einen Versicherer abgeschlossen, der die eingezahlten Beträge bei einer Fondgesellschaft in zuvor vom Kunden ausgewählte Investmentfonds anlegt. Auf diese Weise kann sich das Kapital über einen längeren Zeitraum vermehren und bei der richtigen Fondsauswahl gegebenenfalls Renditen abwerfen.

Wie hoch die später ausgezahlte Rente ist, hängt von dem Erfolg der Fonds ab und lässt sich im Vorhinein nicht vorhersagen. Dementsprechend ist die fondsgebundene Rentenversicherung zwar unsicherer als klassische Rentenversicherungen, hat aber das Potenzial zu einer erheblich höheren Rendite. Denn in Niedrigzinsphasen können klassische Rentenversicherungen erst mit langen Laufzeiten nennenswerte Renditen erzielen. Allerdings lässt sich auch bei der fondsgebundenen Variante das Risiko bis zu einem gewissen Grad steuern, je nachdem, ob man in risikoreichere Fonds mit höheren Renditechancen oder eher risikoärmere Rentenfonds investiert.

Klassische Lebensversicherungsprodukte haben erheblich an Attraktivität verloren. Sogar die Versicherungen selbst nehmen das Produkt langsam aus ihrem Programm. Kapitalbildende Le­bens­ver­si­che­rung­en werfen für Versicherte kaum noch etwas ab, weil die Zinsen niedrig und die Kosten zu hoch sind. Und auch die Versicherungen haben mit den Folgen der Niedrigzinsen zu kämpfen. Darüber hinaus fallen bei solchen Sparverträgen hohe Kosten an. Ein Abschluss lohnt sich daher selbst bei langen Laufzeiten nicht mehr.

Deshalb bieten viele Versicherungen nun ein anderes Produkt an: die indexgebundene Ren­ten­ver­si­che­rung, kurz Indexpolice. Diese verspricht den Erhalt der Beiträge und gleichzeitig eine Chance auf hohe Rendite. Hauptsächlich ist die Versicherung aber kompliziert und die Rendite vorab kaum einschätzbar.

Hybridprodukte sind ein Mix aus Klassik und fondsgebundener Lebensversicherung
In der Lebensversicherung ist ein Hybridprodukt ein Mix aus der klassischen und der fondsgebundenen Lebensversicherung. Die bewährte Klassik soll für die Sicherheit und die fondsgebundene Lebensversicherung (FLV) für die Performance-Chancen sorgen.

Das Wichtigste in Kürze:

Die private Altersvorsorge ist im Grunde nichts anderes ist als eine langfristige Vermögensbildung. Je nach individueller Lebenssituation können dafür verschiedene Strategien gewählt werden. Neben Wertpapieren, Fonds oder Immobilien werden auch Versicherungen als Vorsorgeprodukte angeboten. Bei der Wahl spielen auch Alter und Risikobereitschaft eine entscheidende Rolle.